Sächsischer Kaninchentag am 09.09.2017 in Köllitsch

Wir blicken noch einmal kurz zurück auf unseren Sächsischen Kaninchentag am 09.09.2017 in Köllitsch. Dieser wurde erstmals durch unseren neuen Referenten für Schulung und Zuchtwesen, Mario Illing, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) organisiert. Hierfür ein herzlicher Dank an das LfULG für die großartige Unterstützung und die perfekten Räumlichkeiten. Ca. 80 Teilnehmer fanden den Weg nach Köllitsch, sicher hätten es noch ein paar mehr sein können. Jörg Peterseim begrüßte die Teilnehmer und gab einen kurzen Rückblick auf das bisherige Jahr 2017. Haus-Garten-Freizeit-Messe, agra 2017 und Landesjugendlager setzten durchweg positive Akzente. Die Absage der Landesjungtierschau fiel allen Beteiligten schwer, war aber zum damaligen Zeitpunkt die richtige Entscheidung. Aus der Züchterschaft kam dafür sehr viel Verständnis.

 

Zu Beginn des Kaninchentages stehen traditionell Auszeichnungen verdienter Rassekaninchenzüchter mit der Ehrenplakette des Landesverbandes. In diesem Jahr konnten wir diese an Rene Kinne (KV Borna-Geithain), Frieder Schöbel (KV Aue-Schwarzenberg), Heiko Eisbein (KV Torgau-Oschatz), Rainer Jundel (KV Muldental), Peter Hölzel (KV Mittweida) und Lothar Kober (KV Muldental) überreichen. Herzlichen Glückwunsch !

 

Dr. Roland Klemm referierte über die Entwicklung gefährdeter und einheimischer Kaninchenrassen. Dabei zeigte er auch den Wandel in der Bedeutung des Rassekaninchens auf. 1935 diente das Rassekaninchen noch der "restlosen Verwertung von Abfällen" - in der heutigen Wegwerfgesellschaft kaum noch vorstellbar. Auch auf die Entwicklung der im ZDRK geltenden 8 gefährdeten Rassen wurde geschaut. Leider ist deren Anzahl weiter rückläufig, wobei bei Englischen und Meißner Widdern leichte positive Tendenzen erkennbar sind. Als extrem gefährdet gelten laut aktueller Liste der GEH weiterhin die Marderkaninchen. 

 

Bernd Graf, Geschäftsführer der ZDRK-StandardKommission, referierte sehr umfangreich zum neuen Standard. Er stellte die Unterschiede zum Europastandard vor, erklärte die Arbeitsweise bei der Bearbeitung der Rassebeschreibungen und stellte den bisherigen Textpassagen schon einige neue gegenüber. Die Teilnehmer, darunter viele Preisrichter,  bekamen ein sehr praktisches Bild vom neuen Standard und zogen eine durchweg positive Resonanz.

 

Mario Illing nahm sich unter dem Titel "Charakterköpfe" die Köpfe unserer Rassekaninchen vor und Mike Welschke, Vorsitzender des Angoraclubs Sachsen, gab einen Bericht vom letzten Angoravergleichsscheren. Dieses fand im März in Köllitsch statt, unter besten Bedingungen, so dass schon über eine Wiederholung nachgedacht wird.

 

Seit einigen Jahren werden in den praktischen Teil des Kaninchentages die sächsischen Clubs aktiv eingebunden. Diesmal widmete man sich den Langhaarrassen. Jens Zscharschuch stellte den Teilnehmern die Zucht der Angorakaninchen vor sowie deren Farbenschläge und Mario Illing erläuterte gemeinsam mit Erich Schnittka (Fuchskaninchen-Club) die Fuchskaninchen.

 

Parallel zum Kaninchentag trafen sich die Jugendleiter und Kaninhopschiedsrichter. LV-Kaninhop-Beauftragte Annett Gruhl konnte vier Schiedsrichter zur Weiterbildung begrüßen. Thema waren die aktuellen Änderungen der Kaninhopregeln. Schiedsrichter, die nicht zur Weiterbildung anwesend waren, werden nun für ein Jahr gesperrt. Die aktuelle Liste der Kaninhop-Schiedsrichter finde Ihr hier.  Ehemalige Kaninhop-Schiedsrichter, die zur Schulung nicht anwesend waren und gern weiterhin Turniere richten möchten, melden sich bitte bei Annett Gruhl (034362/189423). Der nächste Sächsische Kaninchentag findet am 01.09.2018 wieder im LfULG Köllitsch statt.

 

Doreen Kalusok
RfÖ im LV Sachsen


Wer darf im Verein Rassekaninchen tätowieren ?

Diese Frage wird desöfteren von Vereinen an den Landesvorstand gestellt.

 

Grundsätzlich tätowiert der Tätowiermeister alle Tiere des Vereins. Vereinsmitglieder haben kein Recht ihre Tiere selbst zu tätowieren. An dieser Stelle könnte dem Betrug Vorschub geleistet werden. Der Besitz eines Tätowierbestecks ist nicht verboten, aber arbeiten darf der Züchter damit nicht. Der Vereinsvorstand ist für Recht und Ordnung verantwortlich und muss dieses unterbinden.

 

Die Forderungen der Tätowierordnung sind einzuhalten. Dazu zählt, der Züchter meldet seine Jungtiere bis zum Alter von 6 Wochen beim Zuchtbuchführer an, dieser trägt die Nummern ins Zuchtbuch und auf den Deckschein. Bis zur 12. Woche muss der Tätowiermeister die Tiere tätowieren. Seine eigenen Tiere darf er unter Einhaltung der Forderungen und Vorstandsbeschluss dann selbst tätowieren. Weitere Hinweise zur Kennzeichnung von Rassekaninchen sind in folgendem Beitrag zusammengefasst.

 

Johannes Meyer

ehem. Schulungsleiter des Landesverbandes