Jörg Grafe neuer Obmann des sächsischen Herdbuchs

Am 26.03.2017 fand die Jahreshauptversammlung der sächsischen Herdbuch-Abteilung statt. Hier wurde Jörg Grafe, Kreisvorsitzender des KV Löbau, zum neuen Obmann gewählt. Rainer Gahlert wurde für seine Verdienste als langjähriger Obmann der sächsischen Herdbuchzucht zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Wir danken Rainer Gahlert für seine Arbeit und sein Engagement. Jörg Grafe wünschen wir für sein neues Amt viel Freude, Kraft und Erfolg.   


ZDRK-Abteilungsleiter für Herdbuch Wolfgang Wüst zu Gast in Sachsen

Am 11.09.2016 fand in Aitzendorf bei Geringswalde ein Treffen der sächsischen Herdbuch- und Angoraleistungszüchter statt. Als Gast konnten diese neben dem LV-Vorsitzenden Jörg Peterseim auch den ZDRK-Abteilungsleister für Herdbuch, Wolfgang Wüst, begrüßen. Wolfgang Wüst dankte unseren sächsischen Herdbuch-Obmann Rainer Gahlert für seine Arbeit in den letzten 13 Jahren.

 

Wir freuen uns, dass sich die sächsischen Herdbuch-Züchter spontan entschlossen haben, an die 11. Landesschau vom 02.-04.12.2016 nach vielen Jahren wieder einmal eine Herdbuch-Schau anzuschließen. Wir unterstützen dies natürlich gerne und stellen in Kürze die Anmeldeunterunterlagen bereit.  

Herdbuch im Landesverband Sachsen

Abteilungsleiter:
Jörg Grafe
Dorfstr. 149
02706 Rosenbach OT Herwigsdorf
Tel./Fax: 03585 / 468782
inakrebs@web.de

 

Die Herdbuchzucht hat in Sachsen Tradition

 

Bereits zu Beginn des Jahres 1991 begannen die ersten Schritte für den Neustart des Kaninchenherdbuches im Landesverband Sächsischer Rassekaninchenzüchter. Der damalige Landesverbandsvorsitzende, Wolfgang Oehme, beauftragte den Zuchtfreund Sigfried Wiedemann aus Seiffen mit der Neuformierung des Herdbuches.

 

Insgesamt 49 ehemalige Herdbuchzüchter wurden angesprochen und zu einem ersten Treffen eingeladen. Leider waren es dann aber nur 12 Züchter, die an der Gründungsversammlung am 25. Januar 1992 in Nossen teilnahmen. Als erster Obmann des Herdbuches im Landesverband Sachsen wurde Zuchtfreund Klaus Graf aus Grimma gewählt.

 

In den Folgejahren ging die Mitgliederzahl leider zurück. Die erwartete Resonanz blieb aus. Allerdings hatte die sächsische Herdbuchabteilung im Landesvorstand auch mehr Kritiker als Befürworter.

 

Mit der Wahl des Zuchtfreundes Rainer Gahlert als neuer Abteilungsleiter des Herdbuches gab es einen Aufschwung. Seine Bemühungen zur Gewinnung neuer Mitglieder waren von Erfolg gekrönt.

 

Heute, nach der Vereinigung mit den Angoraleistungszüchtern, arbeiten 15 Zuchtfreunde in der Abteilung aktiv mit.

Herdbuchzucht ist Rassezucht auf höchstem Leistungsniveau

 

Was unterscheidet den Herdbuchzüchter von den meisten übrigen Rassekaninchenzüchtern? Es sind in erster Linie die gestellten Zuchtziele.

 

Die Herdbuchzüchter haben es sich zur Aufgabe gemacht, erbfeste Zuchtstämme mit besten Rassemerkmalen, Fruchtbarkeit, sehr guter Aufzuchtleistung und hervorragender Futterverwertung heraus zu züchten und zu erhalten. Natürlich müssen die Tiere in den Zuchtstämmen diese Leistungs- und Rassemerkmale weitmöglichst an ihre Nachkommen vererben.

 

Das bedeutet, Herdbuchzucht ist eine Zucht, die nicht nur die Schönheit der Rassemerkmale züchterisch in den Vordergrund stellt, sondern den Leistungsgedanken mit der Schönheit verbindet.

 

Wir Herdbuchzüchter betrachten das Kaninchen deshalb unter diesem besonderen Blickwinkel stärker als landwirtschaftliches Nutztier, als es der Rasse-Hobby-Züchter tut. Das ergibt sich ebenfalls auch der Logik des Begriffes „Herdbuch“. Denn der stammt aus der landwirtschaftlichen Großviehzucht.

 

Wir geben uns bei unseren züchterischen Bemühungen also nicht mit dem idealen optisch schönen Rassekaninchen zufrieden, dass ein Prädikat „vorzüglich“ errungen hat. Was nützt ein Spitzentier, wenn es als Häsin selbst nur noch wenige Jungtiere aufzuziehen vermag, die dann möglicherweise auch noch mit Medikamenten hochgepäppelt werden müssen. Schließlich erwarten wir, dass die positiven äußeren Erscheinungen und die inneren Werte problemlos an die nächste Generation weitergegeben werden können.

 

Für mich als Herdbuchzüchter stehet der Leistungsgedanke deshalb auch im Mittelpunkt meiner züchterischen Arbeit.

 

Nur Nachzuchttiere, deren Eltern die Anforderungen erfüllt haben, werden von mir an andere Züchter abgegeben.

 

Die Überprüfung  dieser leistungsfähigen Zuchttiere ist ein weiterer wichtiger Grundgedanke der Herdbuchzucht im Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter.

 

Für einen engagierten Züchter stellt die Herdbuchzucht mit ihren vielfältigen Ansprüchen eine Herausforderung dar.

Wie wird man sächsischer Herdbuchzüchter?

 

Natürlich erst einmal mit einer Kontaktaufnahme und Anmeldung beim Obmann des sächsischen Herdbuches, Zuchtfreund Rainer Gahlert.

 

Jeder Züchter, der in der Herdbuchzucht eine praktische Herausforderung sieht, ist bei uns willkommen. Allerdings sind einige Voraussetzungen notwendig.

 

Die gesamte Zuchtanlage eines Herdbuchzüchters muss mindestens 24 Stallbuchten umfassen. Sie muss hygienisch und bautechnisch einwandfrei sein und dem Tierschutzgesetz entsprechend die richtige Größe der einzelnen Buchten haben. Jeder Züchter muss mindestens 1,2 Zuchttiere in der Herdbuchrasse vorweisen. Nach oben gibt es natürlich keine Begrenzung. Der angehende Herdbuchzüchter muss über seine Zucht Aufzeichnungen führen.

 

Die entsprechende Herdbuchrichtlinie verlangt ein Zuchtbuch, die Jungtierliste und die Zusammenstellung der Deck- bzw. Wurfmeldungen.

 

Die Form der Zuchtaufzeichnungen ist dem Züchter überlassen. So bieten sich statt einem Zuchtbuch auch Zuchtkarten für die Elterntiere an. Entsprechende Computerprogramme bieten noch interessantere und vor allem effizientere Möglichkeiten.

 

Zu Beginn des Zuchtjahres übergibt der Herdbuchzüchter bzw. Herdbuchanwärter eine Übersicht der für die Zucht im laufenden Jahr vorgesehenen Zuchttiere. Diese werden vom Zuchtbuchführer des Herdbuches elektronisch erfasst. Während des Zuchtjahres ergänzen dann die Meldungen der tätowierten Nachzuchttiere diese Übersicht im Herdbuch. Jeder Anwärter und Herdbuchzüchter kann somit, auch wenn er selbst keine elektronische Erfassung durchführt, jederzeit Abstammungsnachweise seiner Tiere vom Zuchtbuchführer des Herdbuches anfordern. Das erleichtert dem Züchter die eigene Zuchtbuchführung enorm.

 

Vom Herdbuchzüchter wird erwartet, dass es auf überörtlichen Schauen ausstellt, der Körkommission Stallbesichtigungen erlaubt und dabei seine Tiere der Körkommission vorstellt.

Was ist die Körung?

 

Im eigentlichen Sinne ist die Körung eine Bewertung der Tiere. In Unserem Landesverband wird am Stall des Anwärters oder Herdbuchzüchters gekört. Wir wählen dafür den Monat Oktober, bevor die Ausstellungssaison so richtig beginnt.

 

Die Körkommission, bestehend aus einem ausgebildeten Körrichter, dem Obmann des Herdbuches und dem Zuchtwart der Abteilung Herdbuch, begutachten die Rassekaninchen. Dazu werden als erstes die Elterntiere vorgestellt. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Rammler zu.

 

Anschließend wird die Nachzucht von mindestens zwei Häsinnen vorgestellt und bewertet.

 

Der Züchter hat die Möglichkeit, alle seine ausstellungsfähigen Tiere wie auf jeder Ausstellung nach den Richtlinien des Standarts bewerten zu lassen.

 

Danach werden die Körnoten für die Elterntiere vergeben. Für die Körnoten sind folgende Kriterien von Bedeutung:

 

1. die Anzahl der Vorfahren

2. die Aufzuchtleistung

3. das Preisrichterurteil

4. die Ausgeglichenheit der Nachzucht

 

Für die Kriterien gibt es einen Punktekatalog. Diese Punkte ergeben im Höchstfall eine Summe von 40 Punkten. Auf genauere Erläuterungen möchte ich in diesem Rahmen verzichten. Interessierte Züchter können das bei einem Besuch einer unserer Versammlungen ausführlich erläutert bekommen.

Zur Arbeit im sächsischen Herdbuch

 

Im vergangenen Zuchtjahr wurden in unserer Normalhaar-Herdbuchabteilung  3 Rammler erfolgreich gekört. Sie erhielten jeweils die Höchstpunktzahl 40.

 

Es sind das ein Rhönkaninchenrammler von Zuchtfreund Jens Zscharschuch, ein Rammler Havanna von Zuchtfreund Rainer Gahlert und ein Rammler Zwergwidder, blau von Zuchtfreund Volkmar Schellhardt.

 

Zwei Zuchtfreunde stellten je 8 Nachzuchttiere dieser Rammler in der Herdbuchabteilung auf der 30. Bundeskaninchenschau in Erfurt aus. Zuchtfreund Rainer Gahlert wurde mit 809 Punkten in der Rasse Havanna Deutscher Herdbuchmeister. Zuchtfreund Jens Zscharschuch erreichte mit seinen Rhönkaninchen 808,5 Punkte und ist ebenfalls Deutscher Herdbuchmeister in dieser Rasse.

 

Die Möglichkeiten der Sammlungsgestaltung bei Herdbuchausstellungen sind vielfältig. Bei dem sogenannten „Großen Stamm“ werden immer 8 Tiere vorgestellt. Zu der errechneten Punktzahl kommen dann noch die erreichten Leistungspunkte der Körung des Rammlers dazu. Im Falle der zwei sächsischen Herdbuchzüchter also jeweils 40 Punkte. Daraus ergi8bt sich die Gesamtleistung für den Vergleich im Wettbewerb.

 

Herdbuchzüchter können aber auch nur 4 Tiere ausstellen. Natürlich wird das dabei erreichte Ergebnis nicht so hoch anerkannt wie der „Große Stamm“.

 

Außer auf Herdbuchausstellungen zeigen Herdbuchzüchter ihre Tiere auch auf jeder anderen Ausstellung in den bekannten Sammlungsformen der Zuchtgruppen I, II oder III.

 

Herdbuchzucht ist heute mit jeder anerkannten Kaninchenrasse möglich. Die Anforderungen an die Rasse gleichen sich. Nur in den Aufzuchtleistungen gibt es bei den Zwergrassen geringere Anforderungen bezüglich der Wurfgröße.

 

In der Herdbuchabteilung des Landesverbandes Sächsischer Rassekaninchenzüchter sind interessierte Züchterinnen und Züchter stets willkommen. Wir führen jährlich 2 Mitgliederversammlunge3n durch. Dabei spielen die fachliche Schulung und der Erfahrungsaustausch eine große Rolle.

 

Die Herdbuchabteilung wird von einem Vorstand geführt, der von den Mitgliedern gewählt ist. Der Abteilungsleiter vertritt uns im Landesvorstand.  Für unsere Arbeit erhalten wir vom Landesverband eine finanzielle Unterstützung. Dadurch ist es möglich, die Aufwendungen für die Körungen abzudecken. 

Welche Vorteile hat die Herdbuchzucht?

 

Interessierte Züchter werden in ihren Aktivitäten unterstützt. Bei der Körung am Stall werden die Tiere des Züchters vom Körrichter bewertet. Der Züchter hat somit zu Beginn der Ausstellungsperiode für jedes von ihm vorgestellte Kaninchen ein Bewertungsurteil vorliegen. Das erleichtert ihm die Auswahl der zukünftigen Ausstellungstiere.

 

Jeder interessierte Züchter in unserem Landesverband, der Praxis und Theorie in der Rassekaninchenzucht verbindet und einen besonders bedeutsamen Teil zur Förderung der Landeszucht leisten möchte, ist bei uns im sächsischen Herdbuch genau richtig.

 

Volkmar Schellhardt
Abteilung Herdbuch im LV Sachsen