Gespräch mit Vertretern der Sächsischen Staatsministerien zum Thema RHD-V2

Bereits im zweiten Jahr hintereinander verzeichneten Rassekaninchenzüchter und -halter im Freistaat Sachsen Verluste durch das Auftreten von RHD V2. Am 20.09.2017 trafen sich Landesvorsitzender Jörg Peterseim, Doreen Kalusok (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit), Dipl. med. vet. Frank Scholz (Tierschutzbeauftragter) mit Dr. Wolfram Fricke (Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz/SMS) und Gerold Blunk (Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft/SMUL), um sich über die aktuelle Situation in Sachsen auszutauschen und Lösungswege im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu erörtern.

 

Die Vertreter des Landesverbandes schilderten sehr intensiv die Folgen von Tierverlusten, Impfstoffengpässen und unterschiedlichen Impfkosten. Viele Züchter stoßen hier an Ihre Grenzen und denken an die Aufgabe ihres Hobbys nach. Mit jeder Aufgabe verliert man eine Zucht und damit ein Stück altes Kulturgut.

In beiden Ministerien ist man sich der Auswirkungen und Folgen bewusst: "Die Rassekaninchenzüchter mit ihren Aktivitäten sind wesentlicher Bestandteil des ländlichen Raumes und Lebens" so Gerold Blunk.

 

Durch die Vertreter der Ministerien wurde noch einmal in Hinblick auf die kommende Ausstellungssaison ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in Deutschland gegen RHD V2-zugelassene Impfstoffe zur Verfügung stehen und diese Möglichkeiten von den Züchtern und Haltern zur Gesunderhaltung der Tiere auszuschöpfen sind. Gleichzeitig sind die empfohlenen prophylaktischen Maßnahmen zu beachten (z.B. Fliegengitter, Desinfektion, ordnungsgemäße Entsorgung), um eine Weiterverbreitung bzw. Übertragung der Viren zu unterbinden. Nur so werden Voraussetzungen für eine möglichst störungsfreie Zucht- und Ausstellungsaison geschaffen.

 

Durch Schulungsveranstaltungen und Veröffentlichungen auf Landes-, Kreis- oder Vereinsebene wurden die Züchter des Landesverbandes auf veränderte Impfstrategien, Impfstoffe sowie Hygienemaßnahmen in den letzten fünf Jahren immer wieder hingewiesen. Landesverband und Ministeriumsvertreter hoffen, dass auch die nichtorganisierten Halter sich des Themas annehmen, um einen flächendeckenden Schutz für Kaninchen zu erreichen.

 

Auf beiden Seiten wird das Thema weiter bearbeitet, die Gespräche sollen im Frühjahr nächsten Jahres fortgesetzt werden.

 

Doreen Kalusok
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im
Landesverband Sächsischer Rassekaninchenzüchter e.V.


Untersuchung und Entsorgung verendeter Kaninchen

(Stand Juli 2017)

 

 

Immer wieder treten Fragen zu folgender Problematik auf.

1.    Was  passiert mit verendeten Kaninchen, Wie und Wo dürfen sie entsorgt werden?

2.    Wie und Wo erfolgt die Untersuchung verendeter Tiere?

 

Zu 1.: Den rechtlichen Rahmen dafür bilden die Verordnungen zu Tierischen Nebenprodukten VO (EG) 1069/2009 sowie die VO (EG) 142/2011 (Durchführungsverordnung). Festlegungen zu den Beseitigungspflichtigen, Einzugsbereichen, Gebühren und Entgelten werden im Sächsischen Ausführungsgesetz zum Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz und zu weiteren Vorschriften über die Verarbeitung und Beseitigung von nicht für den menschlichen Verzehr bestimmten tierischen Nebenprodukten (SächsAGTierNebG) vom 9. Dezember 2004 (SächsGVBl. S. 579) getroffen.

 

Im Detail bedeutet dies, das Kaninchen über die zuständige Tierkörperbeseitigungsanstalt (TKBA) entsorgt, oder auf dem eigenen Grundstück vergraben werden dürfen. Voraussetzung für das Vergraben ist aber, das die kommunalen Gesetzte dies nicht verbieten. Dies wäre z.B. der Fall, wenn sich das Gebiet in einem ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebiet befindet. Es ist deshalb zu empfehlen, vor der Entsorgung über das Erdreich Rücksprache mit der zuständigen Kommune zu nehmen. Weiterhin ist dafür zu sorgen, dass die Kadaver so vergraben werden, dass ein Zugriff durch Wildlebende Tiere (Füchse, Marder, etc.) ausgeschlossen ist. Es ist aber anzuraten, verendete Tiere den TKBA`s zu zuführen. In Sachsen ist dies die TKBA Sachsen welche im Landkreis Riesa- Großenhain betrieben wird. Sie ist zu erreichen unter der Telefonnummer:  035249 7350.

 

Für die Entsorgung der verendeten Tiere werden nach aktuellem Stand 5 Cent / Kilogramm berechnet.

 

Die TKBA ist telefonisch zu informieren und wird innerhalb kurzer Zeit die Tiere abholen.

  

Zu 2.:  Verendete Tiere sollten um eine genaue Diagnose des Todes zu erhalten der Sektion zugeführt werden. Dies erfolgt in der Regel mit einer Überweisung eines Tierarztes. Dazu füllt der TA ein Überweisungsschreiben aus, was alle Angaben zum Bestand, Einzeltier, Symptomatik des Krankheitsverlaufes, Vorbehandlung, Erkrankungs-und Todeszeitpunkt  etc. enthält. Dies wird als Begleitschein mit dem Tier bei der Untersuchungsstelle eingereicht. Die Tiere sind dabei so zu verpacken, das kein Sekret aus dem Behältnis (Plastesack o. Plastetüte) auslaufen kann. Eventuell ist dies durch eine zweite Umverpackung zu sichern. Die so verpacken Tiere werden entweder beim Tierarzt direkt, bei der zuständigen Sammelstelle des Landratsamtes (Tel. zuständiges Veterinäramt) oder bei einer Untersuchungsstelle der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) abgegeben.

 

Abweichend kann der Tierbesitzer die Tiere auch ohne Begleitschreiben eines Tierarztes bei der Sammelstelle des Landratsamtes oder der LUA direkt abgeben. Die Tiere müssen aber dazu genau wie vorher beschrieben verpackt sein. Vor Ort wird dann ein Formular ausgefüllt um die Identität des Tieres zu gewährleisten.

 

Abhängig davon ob ein Tierarzt benannt wird oder nicht erfolgt dann die Befundstellung direkt an den Tierhalter oder den Tierhalter und den zuständigen TA.

 

Es empfiehlt sich aber in der Regel die Einweisung über einen TA, da dadurch die Befundung erleichtert wird und eventuell notwendige Maßnahmen schneller eingeleitet werden können.

 

Dipl.vet.med. Frank Scholz

Tierschutzbeauftragter des LV Sachsen

 

Anschriften:

 

Zweckverband für Tierkörperbeseitigung Sachsen  (TKBA)

01561 Priestewitz OT Lenz, Staudaer Weg

Telefon:035249 7350

 

Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Dresden

01099 Dresden Jägerstraße 8/10

Telefon: 0351 8 14 40

 

LUA Chemnitz

09111 Chemnitz, Zschopauer Str. 87 

Telefon: 0351 81443 900

 

LUA Leipzig

04158 Leipzig, Bahnhofstraße 58-60

Telefon: 0351 81444 900


Aktuelle Informationen zum Sachkundenachweis

Die Informationen zum Sachkundenachweis sowie der Fragenkatalog sind im Downloadbereich abrufbar.


Neue Broschüre in der Drucksachenverteilerstelle erhältlich

Die neue Broschüre mit den ZDRK-Richtlinien zur Zucht und Haltung von Rassekaninchen und dem Sachkundenachweis sind ab sofort über unsere Drucksachenverteilerstelle Gaby Dillner erhältlich.  


Aktuelle Infos zu Tierverkäufen

 

Stellungnahme zu den Äußerungen im Kleintierzüchter 19/20 2014 zu Tierverkäufen

 

 

Nachdem von der TVT (Tierärztlichen Vereinigung f. Tierschutz) mitgeteilt wurde, dass in der Pressemitteilung  des BMLV  Nr. 177 vom 29.07.14 ein Fehler vorhanden war, besteht große Unsicherheit im Umgang beim Verkauf von Tieren auf Ausstellungen.

 

In o.g. erster Fassung hieß es: „“Beim Verkauf von Wirbeltieren (ausgenommen Nutztiere) müssen dem künftigen Tierhalter ebenfalls ab August schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres mitgegeben werden. Das sind Informationen über die angemessene Ernährung und Pflege des Tieres,……..“

 

Richtig heißt es im §21(5)2 Tierschutzgesetz: „derjenige, der gewerbsmäßig mit Wirbeltieren, außer landwirtschaftlichen Nutztieren, handelt, ab dem 1. August 2014 sicherzustellen hat, dass bei der erstmaligen Abgabe eines Wirbeltieres einer bestimmten Art an den jeweiligen künftigen Tierhalter mit dem Tier schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres, insbesondere im Hinblick auf seine angemessene Ernährung und Pflege sowie verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung, übergeben werden; dies gilt nicht bei der Abgabe an den Inhaber einer Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe b in der vorstehend bezeichneten Fassung.“

 

Dies stellt eine deutliche Veränderung zu den bisherig gesagten dar. Denn  in der Regel handelt es sich bei Kaninchenzüchtern nicht um gewerbsmäßig handelnde Personen. Damit ist das, was bisher gesagt wurde für uns Rassekaninchenzüchter nicht mehr zutreffend.

Im Sinne der Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Tieren (besonders im Falle des Besitzerwechsels), aber auch im Sinne der Außenwerbung für unser Hobby, sprich dem sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Tieren und nicht zuletzt, um Tierschützern  und Ämtern keine Angriffspunkt zu liefern, würde ich empfehlen, die Vorgehensweise, wie sie i n Röderau  2014 zur Schulung empfohlen wurde, weiterhin anzuwenden.   Das heißt auf den Verkaufsbeleg einen Hinweis zu bringen wo die Haltungsbedingungen  erhältlich sind. Desweiteren würde ich empfehlen ein Exemplar dieser Bedingungen  im Schaulokal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einige Exemplare vorrätig zu halten, um sie bei Notwendigkeit aushändigen zu können.

Ich denke, das ist ein Schritt, um den Willen nach außen zu tragen, das wir auch nach dem Verkauf für ordentliche Verhältnisse unserer Tiere sorgen möchten und es uns nicht nur um finanzielle Aspekte geht.

 

  

Das in der Anlage befindliche Merkblatt  der TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz) kann dazu verwendet werden.  (www.tierschutz-tvt.de/merkblaetter.html#c138)

 

 

Frank Scholz 

Tierschutzverantwortlicher LV Sachsen

(Stand: 04.10.2014)